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Kölnische Rundschau

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Stolze Menschen verirren sich lieber, als nach dem Weg zu fragen.
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13.04.2012
28.03.2012
24.11.2011
19.10.2011
19.10.2011
15.10.2011
25.07.2011
22.07.2011
22.07.2011
28.07.2011

Eine Bank für Boule-Spieler - Dietmar Fratz
Rat beschließt zu Parkgebühren - Dietmar Fratz
Hundesteuer wird nochmals erhöht - Dietmar Fratz
Ultimo, Kommentar zu den Bahnhofsarkaden - Dietmar Fratz
Statt Alphatec jetzt Medimax? - Dietmar Fratz
Power-Chef erläutert BoA-Plus - Dietmar Fratz
Sanierung beunruhigte die Bürger - Christine Blödtner
Rat erfuhr wenig Neues zu Arkaden - Dietmar Fratz
Freibad öffnet am Samstag - Dietmar Fratz
Honorar und Knöllchen -
Manfred Funken


Freitag, 13.April 2012
Von Dietmar Fratz
Eine Bank für Boule-Spieler
Freie Wählergemeinschaft bma spendiert Sitzmöbel neben
der Wurfbahn - Mehrere Gruppen spielen inzwischen

Spender und Nutzer um Berthold Schulz (bma, 5.v.l.) und Frank-Rainer Hildenbrand (4.v.l.) freuen sich über die neue Sitzbank an der Boule-Bahn

Die Freie Wählergemeinschaft bergheim alternativ (bma) hat für die Spieler an der Kentener Boulebahn nahe des Seniorenzentrums eine Sitzbank spendiert. Die Bahn war vor knapp zwei Jahren errichtet worden, dann aber in Vergessenheit geraten. Frank-Rainer Hildenbrand, Vorsitzender des Museumsvereins und fast Nachbar der Boulebahn, sann auf Abhilfe. Er ließ sich von seiner Familie einen Satz Boule-Kugeln schenken und fragte bei einer Sitzung des Museumsvereins nach Interesse an dem typisch französischem Freizeit-Kugelspiel. Spontan meldeten sich 15 Interessenten, die fortan wöchentlich mit den großen nach der kleinen Kugel warfen, um ihr möglichst nahe zu kommen und andere Kugeln möglichst weit aus dem Feld zu schlagen.

Das Vorbild machte Schule. Schon bald fanden sich andere Gruppen, vorwiegend vom nahen Seniorenheim, zur wöchentlichen Boule-Partie zusammen. "Nun können wir zwischen den Spielen auch mal bequem ein Päuschen machen, denn viele von uns sind ja auch nicht mehr die Jüngsten", freut sich der inzwischen begeisterte Boule-Spieler Hildenbrand über die neue Sitzgelegenheit.

Im Hinblick auf den demographischen Wandel in der Gesellschaft werde es immer wichtiger, die Interessen der Senioren in den Blick zu nehmen, begründete bma-Vorsitzender Berthold Schulz die Spende. "Mit dieser Aktion wollen wir einen bescheidenen Beitrag dazu leisten". Schulz dankte der Bergheimer Stadtverwaltung für die Montage der Bank.


Mittwoch, 28. März 2012
Von Dietmar Fratz
Rat beschließt zu Parkgebühren
Erhöhung vom Tisch - Parkuhren auch für Niederaußem - Abschaffung 2014


Die Erhöhung der Parkgebühren, wie bei den Beratungen für den Doppelhaushalt 2011 und 2012 beschlossen, ist ebenso vom Tisch wie Teile der für 2014 angekündigten Rücknahme der Anhebung für Gewerbe- und Grundsteuer.

Die Brötchentaste wird einheitlich 20 Minuten gelten, und elf weitere Parkscheinautomaten werden in Niederaußem und Bergheim-Mitte aufgestellt. Und in knapp zwei Jahren werden die Parkgebühren komplett abgeschafft.

Gegen 16 Stimmen, vorwiegend von SPD und Grünen, sowie drei Enthaltungen stimmten 26 Ratsmitglieder, vorwiegend aus CDU, FDP und bma, für den auf einen FDP-Antrag fußenden Beschlussentwurf eines interfraktionellen Arbeitskreises.

Alfred Friederich verteidigte seine Idee "weg mit den Parkgebühren" vehement, Helmut Tillmanns (bma) sprach von Bauchschmerzen bezüglich der versprochenen aber nun teilweise entfallender Steuersenkung, stimmte aber mit.

Die CDU hielt sich demonstrativ aus der Diskussion heraus und verwies auf den Arbeitskreis-Beschluss, für den sie ohne weitere Erörterung stimmen wollte. Die SPD wollte lieber 2014 über Konsequenzen aus den nicht steigenden Parkgebühren beraten. Im Haushalt fehlen 200 000 Euro, die bis dahin durch Ausweitung der Parkzonen eingenommen werden sollen. Hermann-Josef Falterbaum appellierte leidenschaftlich gegen den Zukunftsbeschluss, obwohl er dem Arbeitskreis vorsaß. "Vielleicht sind wir 2014 froh, wenn wir die Parkgebühren halten können", warb Falterbaum für eine Vertagung des Themas.

Grüne: Den Bürgern etwas zurückgeben


Die Grünen wollten den Freien Demokraten bei der Abschaffung der Parkgebühren folgen, blieben jedoch bei der Forderung nach Rücknahme der Anhebung der Grundsteuer. "Das würde ein Zeichen setzen, dass wir den Bürgern etwas zurückgeben", begründete Peter Hirseler die Ablehnung.

Einig waren sich alle, dass die Parkgebühren jetzt nicht erhöht werden, allein die Grünen wehrten sich gegen die Aufstellung neuer Automaten für die Dauer von lediglich eineinhalb Jahren.


Donnerstag, 24. November 2011
Von Dietmar Fratz
Hundesteuer wird nochmals erhöht
Grüne fordern Bonus für treue Halter
SPD: Hundesteuer statt Parkgebühren?


Bei der Höhe der Hundesteuer ist Bergheim seit der jüngsten Erhöhung im vergangenen Jahr zusammen mit Kerpen Spitzenreiter im Kreis. Dennoch soll diese Steuer zum Jahreswechsel erneut um rund zehn Prozent erhöht werden.

Begründet hat die Verwaltung dies mit dem knappen Haushalt, der, wie Kämmerer Alfred Faßbender mahnte, nur "hauchdünn ein Haushaltssicherungskonzept vermeidet". Marianne Rzadki (Grüne) plädierte dagegen in der Finanzausschusssitzung dafür, langjährigen Haltern, die nach dem Ende eines Hundelebens die Steuermarke zurückgäben, einen Bonus einzuräumen.

"Der Grünen-Vorschlag ist angesichts der Haushaltslage ein dickes Ding", sagte Alfred Friederich (FDP). Hunde kosteten die Stadt Geld, und das müsse der Halter bezahlen. Zudem sei die "kleine Erhöhung" - statt 90 soll der erste Hund künftig 99 Euro pro Jahr kosten - jedem zumutbar.

Friedrich Hölter (SPD) formulierte dagegen den Verdacht, dass fehlende Einnahmen aus den Parkplätzen in Höhe von 170 000 Euro mit der Hundesteuer ausgeglichen werden sollten, und erinnerte die FDP daran, als Steuersenkungspartei gelten zu wollen. Zudem wolle er die Ergebnisse der zurzeit stattfindenden Hundezählung abwarten.

Vom Ergebnis der Zählung versprach sich Berthold Schulz (bma), selbst Hundehalter, hingegen keinen deutlichen Anstieg der Einnahmen. Und mit einem Bonus könne er "nichts anfangen".

Stadtrat muss die Entscheidung bestätigen


Rzadki wollte mit ihrem Vorschlag auch verhindern, dass einzelne Hundehalter, die die Steuererhöhung nicht verkraften können, ihre Hunde ins Tierheim bringen. Die Mehrheit aus CDU, FDP und bma beschloss, den Steuersatz anzuheben. Ein zweiter Hund im Haushalt kostet demnach, wenn der Rat die Entscheidung am kommenden Montag bestätigt, künftig 120 statt 108 Euro der dritte und jeder weitere 147 statt 132 Euro.

Die kreisweit niedrigste Hundesteuer erhebt Elsdorf, wo ein Hund mit lediglich 54 Euro zu Buche schlägt. Aber auch dort trägt man sich mit Erhöhungsgedanken.


Mittwoch, 19. Oktober 2011
Von Dietmar Fratz
Ultimo - KOMMENTAR Zu den Bahnhofarkaden

Wieder ist ein Jahr vergangen, und wieder ist das Projekt keinen Deut weiter gekommen. Das ist ernüchternd und hinterlässt Zweifel am Investor, zumal der seit knapp einem Jahr mit wichtigen Informationen hinterm Berg gehalten hat, während die Ratsherren mit Jojo-Spielen über Kreiselstandorte und Rampenhöhen beschäftigt worden waren.

Die Frage, wer wann was gewusst hat oder hätte erfahren müssen, ist jedoch müßig. Wenn die schicken, urbanen Bahnhofsarkaden weiterhin gewollt sind, hätte auch früheres Wissen nichts geändert, wohl aber Vertrauen in den Investor gewahrt. Die Stadtgestalter im Rat müssen und werden sich damit abfinden, dass sie die gestellten Bedingungen zu akzeptieren haben - oder dass das Stadt-Entree ein hässlicher Parkplatz bleibt, an dem bestenfalls nagende Vierbeiner Gefallen haben.

Einen anderen Investor gibt es nicht. Das macht manch berechtigte Wunschvorstellung zunichte. Der Investor hat deutlich vom letzten Versuch gesprochen. Aber auch im Rat herrscht Ultimo-Stimmung.

Die Kaufkraft mag für einen weiteren Lebensmittelmarkt ausreichen, wenn die Innenstadt so attraktiv wird, dass das Geld nicht in die Nachkommunen entflieht. Die Erfahrung steht jedoch noch in den Sternen. Aber erst dann kann Bergheim sich die Investoren vielleicht wieder aussuchen. Bis dahin liegt die Gestaltungsmacht bei den Geldleuten. Das muss man schmerzlich auch in der Weltpolitik zur Kenntnis nehmen. Da muss man sich in der Kreisstadt nicht wundern.


Mittwoch, 19. Oktober 2011
Von Dietmar Fratz
Statt Alphatec jetzt Medimax?
Ankermieter für die Bahnhofsarkaden ist bereits im Januar abgesprungen

Andreas Tischler, Vermietungsleiter des Investors GEG Götsch, präsentierte einen neuen möglichen Ankermieter für die Bahnhofsarkaden. Der Elektronik-Fachmarkt Medimax will sich dort ansiedeln. Nachdem das Unternehmen Alphatec, von Tischler dem Rat im vergangenen Jahr als Weihnachtsgeschenk vollmundig präsentiert, bereits wenige Wochen später die Segel für das schiffsförmige Einkaufszentrum am Bahnhof gestrichen hatte, ist das Projekt wieder dort angekommen, wo es vor knapp zwei Jahren bereits stand. Damals hatte Tischler verheißungsvoll von Gesprächen mit Saturn, einem Baubeginn noch im Jahr 2010 und dem Verkaufsstart zum bevorstehenden Weihnachtsgeschäft gesprochen.

Bereits vor der Sommerpause wollte der Rat von der GEG auf den neuesten Stand gebracht werden. "Wir stehen in regelmäßigen Kontakt mit der Stadt", hatte ein Vertreter des Generalunternehmers Tenbrinke damals berichtet, konnte aber lediglich über höhere Rampen und versetzte Kreisverkehre vortragen. Er musste mit wenig Befugnis Rede und Antwort stehen, weil Tischler in Urlaub weilte und keinen Vertreter entsenden mochte. Kein Wort von dem da bereits seit mehr als einem halben Jahr fehlenden Ankermieter.

Mehr oder weniger verdutzt waren die Politiker über die Geheimniskrämerei. Tischler versicherte, dass er auch die Stadtverwaltung nicht informiert habe. "Sie erwarten Ergebnisse, und die hatten wir zu der Zeit nicht", warb er um Verständnis und begründete den Verzug mit der schwierigen Wirtschaftslage der vergangenen Monate. Diesmal hatte er Günter Bock mitgebracht, der für Medimax die Expansion betreibt. Sein Unternehmen sei bereit, auf 1200 Quadratmetern (Alphatec hatte für 1800 optiert) eine Filiale zu betreiben, knüpfte jedoch die Bedingung an, dass ein Vollsortimenter ins Haus kommt. Den hatte der Rat zum Schutz der Fußgängerzone jedoch grundsätzlich ausgeschlossen.

Die überraschend wenig erstaunte CDU-Fraktion befand, dass ein Abrücken von den Prinzipien allemal besser sei als der Verzicht auf die Arkaden, zumal Tischler ausführte, dass ein größeres Angebot auch bei Lebensmitteln mehr Kunden in die Stadt locke und dadurch auch die Konkurrenz profitiere.

"Wir tragen das mit einer Faust in der Tasche mit", will CDU-Chef Hübner das Projekt retten, zumal Tischler warnte, dass es keinen weiteren Versuch gebe, wenn der Lebensmittelmarkt und damit Medimax ausgebootet würden. Der Elektroniker hat offenbar auch einen Wunschpartner, der dem Nachbarn von Medimax in Bedburg nicht unähnlich sein soll.

"Vielleicht ist jemand froh, wenn wir ablehnen, damit das Projekt begraben werden kann", unkte Grünen-Sprecher Peter Hirseler, wollte dann aber doch über die neue Lage nachdenken. "Wir sind ähnlich konsterniert wie im Juli", war auch Friedrich Hölter (SPD) zunächst sprachlos und fand es unglaublich, dass von der neuen Lage "monatelang nichts bei der Stadt angekommen sein soll". "Wir machen unsere Fußgängerzone kaputt mit einem weiteren Lebensmittelladen", platzte seinem Fraktionskollegen Kai Faßbender der Kragen. Die SPD will dennoch in der Fraktion beraten. Viel Zeit bleibt nicht: Bis zum Jahresende will Medimax, das noch nicht unterschrieben hat, eine Entscheidung getroffen haben.

Wann der nunmehr achte Planentwurf wirklich umgesetzt wird, (Tischler: "Wir wollen nach wie vor bauen") blieb ungewiss. Bürgermeisterin Maria Pfordt erinnerte an das Kaufland: "Da hat es auch zehn Jahre gedauert, bis das Projekt fertig war." Bis dahin soll sich eine Bauhofkolonne des miserablen Zustands des Bahnhofsgeländes annehmen.


Samstag, 15. Oktober 2011
Von Dietmar Fratz
Power-Chef erläutert BoA-Plus
Nachbarschaftsforum stellte Fragen zu Standort und Auswirkungen

Der Chef von RWE Power, Johannes Lambertz, hatte jüngst die mittelfristigen Planungen für einen neuen Dopppelblock am Niederaußemer Standort vorgestellt. Jetzt stellte er sich der Diskussion im Nachbarschaftsforum Niederaußem. Unter dem Namen BoAPlus sollen Kapazitäten von insgesamt 1100 Megawatt (MW) entstehen, so die Option, die RWE bei der Bezirksregierung beantragt hat. Im gleichen Zeitraum, je nach Planungstempo gegen 2018, sollen vier 300-MW-Blöcke vom Netz gehen. Schmackhaft wurde den Niederaußemern die neuen Blöcke durch deutlich flachere Bauweise und dank Hybrid-Technik im Schornstein gegen Null tendierende Kondenzwolken.

Die Bürgerinitiative gegen BoA-Erweiterung Niederaußem (BigBEN) konnten die genannten Vorzüge nicht überzeugen. Die Mitglieder fürchten eine Konzentration der Kohleverstromung an zwei statt bisher drei Standorten, "wenn in Frimmersdorf 2012 die Lichter ausgehen", wie die Büsdorfer Geologin Ruth Hausmann vom Vorstand der Initiative einwandte. "Wenn die 150-MW-Blöcke dort abgeschaltet werden, ist da doch Platz", fragte BigBEN nach den Gründen für die Standortwahl.

Der Verein hat viele Mitglieder, die in Sichtweite des Kraftwerks leben und die den großen BoA-I-Block und den Schatten durch die Rauchschwaden als störend finden. Aus aus der Hauptwindrichtung Stommeln und Pulheim sind viele Mitglieder bei BigBEN organisiert. "An den bisherigen Kühltürmen ändert sich auf Jahre hinaus nichts", benennt Hausmann die Klagen derer, denen die Sonne häufiger als wetterbedingt vorenthalten bleibt. Und seit BoA I vor acht Jahren ans Netz ging, sei die Kapazität gemäß Kraftwerkserneuerungsprogramm bereits überschritten. Jetzt kämen bald die Neurather Blöcke BoA II und III hinzu und würden weitere überplanmäßige Kapazitäten schaffen, beklagt Hausmann. Dies habe auch Auswirkungen auf Wohn- und Lebensqualität und auch auf die Immobilienpreise. "Wir sind nicht gegen die Braunkohle", beschreibt Hausmann das Programm der Initiative.

Ortsbürgermeister Rolf Kremer kann dagegen fast ausschließlich über Zustimmung aus dem Ort berichten. "Ich bin sehr einverstanden mit den Plänen", lobt er die geplanten Gebäude, die "nicht mehr so in den Ort hineinragen und keine gewaltigen Kühltürme mehr benötigen". Der optierte Ausbau sei "gut für die Arbeitsplätze". Viele im Ort lebten von der Arbeit mit der Braunkohle seit 1938, als die damals schon Strom erzeugende Brikettfabrik gebaut worden sei, weiß er. "Und schließlich wollten 1962 alle das Kraftwerk haben", erinnerte er an die Anfänge des "heute modernsten Kraftwerks der Welt. Wir sind damit groß geworden."

In der nächsten Sitzung am Dienstag, 22. November, will RWE Power die Begründung nachliefern, warum das Unternehmen sich für den Standort entschieden hat. Dann sollen auch die Auswirkungen auf die umliegenden Orte diskutiert werden.


Donnerstag, 28. Juli 2011
von Manfred Funken

Honorar und Knöllchen
Rechnungsprüfungsamt hat Unregelmäßigkeiten
bei Abrechnungen von "Freiraum" festgestellt


"Vertragsverletzungen" wirft die Stadtverwaltung dem Verein "Freiraum", seit 17 Jahren Träger des Jugendzentrums Oberaußem, vor. Unter anderem seien von 2007 bis 2010 unberechtigt Anwaltskosten, Verwarngelder, Imagepflege des Vereins und überhöhte Kfz-Kosten abgerechnet worden. Ferner seien mehr Wochenstunden für hauptamtliche Fachkräfte angegeben worden, als laut Vertrag zulässig gewesen seien.

Bürgermeisterin Maria Pfordt hat gestern zur Pressekonferenz eingeladen und den Bericht des Rechnungsprüfungsamtes zu Verwendungsnachweisen und Belegen des Vereins "Freiraum" vorgelegt. Es handele sich, so steht es auch im Bericht, um eine "erste Durchsicht", der eine weitere Prüfung folgen müsse, sagte Pfordt. Die Stadt behalte sich nach Abschluss des Verfahrens rechtliche Schritte gegen "Freiraum" vor.

Der Streit mit dem Träger des Oberaußemer Jugendzentrums schwelt schon seit Anfang Februar. Damals hatte der Beigeordnete Klaus-Hermann Rössler im Jugendausschuss mitgeteilt, die Basis zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Verein sei nicht mehr gegeben, und empfohlen, den Vertrag über das Jahr 2011 hinaus nicht mehr zu verlängern.

Ausschussvorsitzender Kai Faßbender (SPD) mutmaßte damals, die vorgeschlagene Vertragskündigung richte sich gegen SPD-Ratsherr und Freiraum-Vorstandsmitglied Achim Brauer und resultiere aus einem Streit im Jahr 2010, bei dem Brauer der Verwaltung auf dem Rathausflur Bestechlichkeit vorgeworfen haben soll.

Der Prüfbercht, der wie gesagt nicht der endgültige ist, will die Kündigungsabsicht nun mit Fakten untermauern. Die Konsequenz einer weiteren Prüfung durch die Stadtverwaltung trifft laut Ansgar Mirgeler, Leiter des Büros der Bürgermeisterin, nun auch die anderen Träger städtischer Jugendeinrichtungen. "Wie das so ist, wenn man einmal Verdacht schöpft: Jetzt müssen wir uns alle Abrechnungen ganz genau anschauen."

Achim Brauer, zur Zeit als Betreuer in einem Ferienlager auf der Insel Föhr, lobt zunächst den Bericht und freut sich, dass es nunmehr eine klare Handlungsanweisung für die Verwaltung gibt. Erfreut sich auch, dass von Tausenden von Belegen, die in einem Prüfzeitraum von vier Jahren zusammengekommen seien, nur einer explizit beanstandet werde.

Als skandalös bezeichnet es Brauer, dass die Bürgermeisterin die Öffentlichkeit suche, bevor der Verein Gelegenheit zur Stellungnahme bekomme. Er fordert die Stadt zur Rückkehr zu üblichen Gepflogenheiten auf:"Wenn etwas nicht stimmt, bespricht man das und gegebenenfalls werden zuviel erhaltene Zuschüsse zurückerstattet.


Dienstag, 26. Juli 2011
Von Christine Blödtner
Sanierung beunruhigte die Bürger

Stadt Bergheim: Alles verlief nach Vorschrift - Bürgerhaus bleibt erhalten


Seit etwa zehn Tagen wird im Bürgerhaus Oberaußem kräftig gearbeitet. Die Lüftungsanlage wird erneuert. Weil die alte Anlage mit Mineralfasern isoliert war, kam bei der Bevölkerung die Sorge auf, dass mit Asbest verseuchte Luft und Staub aus dem Gebäude gedrungen seien. Zudem beschwerten sich Bürger bei Ortsbürgermeister Willi Weck über den Bauschutt, der unordentlich auf dem Parkplatz hinter dem Bürgerhaus gelegen habe. Auch Sabine Vogel von der dem Bürgerhaus angegliederten Gastronomie "Gaffel Stube" war in Sorge. "Es geht darum, was in dem Staub drin war."

Die Bergheimer Stadtverwaltung beruhigt die besorgten Oberaußemer. Peter Hötte, Leiter Gebäudemanagement, erläuterte auf Anfrage: "Wenn wir in einem alten Gebäude Mineralfasern finden, lassen wir untersuchen, ob Krebs erregende Stoffe enthalten sind." Herausgekommen sei, so Peter Hötte, dass der TÜV Rheinland das Material für bedenklich gehalten habe, weil es möglicherweise Krebs erregend sein könnte.

"Man geht in so einem Fall immer auf die sichere Seite", sagte Hötte. Deshalb sei das betroffene Gebäudeteil mit Folie ausgekleidet und unter Unterdruck gehalten worden, so dass keine schädlichen Stoffe nach außen hätten entweichen können. Mensch und Material hätten ein Schleusensystem passieren müssen. Zusätzlich hätten die Arbeiter Schutzkleidung und Atemmasken tragen müssen. "Man stellt einen künstlichen Druck her, so dass die Luft, wenn sich die Schleuse öffnet, ins Gebäude rein und nicht raus geht. Das ist wie in einem Labor", erläuterte Hötte.

Ein Gebläse mit einem speziellen Filter habe dann für den Luftaustausch gesorgt. "Diese Art der Sanierung übernehmen speziell dafür autorisierte Firmen, die nach Abschluss der Arbeiten einen Nachweis für die richtige Entsorgung bringen müssen", versicherte Peter Hötte.

Das Material sei nach der Demontage befeuchtet und noch im Gebäude luftdicht verpackt worden, berichtete gestern vor Ort Cebrail Akinci, Mitarbeiter der Firma Özdemir, die im Auftrag der autorisierten Entsorgungsfirma Jürgen Rückeis GmbH aus Gernsheim die Arbeiten ausführte. Dass der Parkplatz so unordentlich ausgesehen habe erklärte Akinci damit, dass "der Schrott aus dem Schutt geklaut wurde". Dabei sei einiges durcheinander geraten.

Auch der Leiter des Fachbereiches 6 Planen, Bauen, Umwelt und Städtische Betriebe, Volker Mießeler, verantwortlich für Bauvorhaben, meldete sich zum Thema zu Wort:"Es herrscht die unterschwellige Meinung, dass die Umbauten nicht rechtzeitig im Rat bekannt gegeben worden seien oder das Bürgerhaus nicht erhalten bleibe." Dem sei jedoch nicht so. Erstens seien alle Maßnahmen rechtzeitig bekannt gegeben worden und zweitens zeigten die Bauarbeiten, dass das Bürgerhaus "nachhaltig und dauerhaft" erhalten bleibe.


Freitag, 22. Juli 2011
Von Dietmar Fratz

Rat erfuhr wenig Neues zu Arkaden

Investor-Vertreter zur Zeit im Urlaub - Unterschriften von Mietern fehlen noch


Die Ratsmitglieder freuten sich auf in der Tagesordnung angekündigte Neuigkeiten zum Stand des Einkaufsgebäudes "Arkaden", das auf dem Bergheimer Bahnhofsgelände entstehen soll. Zu ihrem Erstaunen erfuhren sie von Michael Bußkamp vom Bocholter Generalbauunternehmen Ten Brinke lediglich von technischen Veränderungen, die sich durch die Detailplanungen als nötig erwiesen hätten.

So soll der Kreisverkehr der Kreisverkehr an der Osteinfahrt rund zehn Meter in Richtung Kenten verschoben werden und die Zulieferstraße tiefergelegt werden. Was die Politiker mit Spannung erwartet hatten, nämlich wann der Bau beginnt, wie die Bestückung der Ladenlokale zurzeit vorgesehen ist und wann die Arkaden eröffnet werden können, konnte ihnen der Techniker nicht sagen. Vermietungsleiter Andreas Tischler vom Investor, der Kölner GEG Göttsch, der Auskunft hätte geben können, weilt derzeit im Urlaub. Und einen Vertreter konnte Göttsch zu dem bereits vor einem halben Jahr anberaumten Termin offenbar auch nicht entsenden.

Friedrich Hölter (SPD) zeigte sich "sprachlos. Alfred Friedrich (FDP) wollte von Bußkamp wissen, wann eröffnet werden könne."Nageln Sie mich nicht fest", antwortete der. ohne zumindest anzudeuten, worauf. Verständnis zeigte allein Johannes Hübner (CDU), der "den Unmut zwar verstehen" konnte, der aber aus der detaillierten Planung entnehmen mochte, dass die Planungen auf einem guten Weg sind.

Bedenken wurden auch laut, ob der schmucke, schiffsförmige Bau tatsächlich so kommen werde. Beim Kaufland-Gebäude hatten die Bergheimer sozusagen erst beim Entfernen der Bauzäune gesehen, welch schmuckloses Gebäude, im Volksmund gerne "Konservendose" genannt, entstanden war und sind deshalb für unangekündigte Veränderungen sensibel. "Der Ratsbeschluss sieht das Gebäude in der vorgestellten Form vor. Wir werden darauf achten, dass der Beschluss eingehalten wird", versuchte Beigeordneter Schaffert zu beruhigen. Und auch Bußkamp versicherte, dass lediglich kleine Änderungen im Zuschnitt des Gebäudes vorgesehen seien. Auch wusste er, dass einige Mietverträge zurzeit noch in der Unterschriftenphase sind. Tischler hatte im Januar im Rathaus angekündigt, dass in vier Wochen, also im Februar, alle Verträge geschlossen sein werden. Tischler soll gebeten werden, nach der Sommerpause den Rat auf den aktuellen Stand zu bringen.


Freitag, 22. Juli 2011
Von Dietmar Fratz

Freibad öffnet am Samstag


Das Fortuna-Freibad öffnet mit Beginn der Sommerferien am Samstag, 23. Juli, um 10 Uhr. Pächter Harald Keller von der Kölner Firma Kellercreaktiv verspricht, dass das Bad in den nächsten Wochen noch ständig erweitert wird. Zunächst sollen, da noch keine neuen Gräte aufgestellt werden, die Eintrittspreise reduziert bei fünf Euro für Erwachsene und vier Euro für Kinder bis zu 16 Jahren liegen. Für Kinder bis zum Alter von zwei Jahren ist der Eintritt frei.
Für Frühschwimmer gibt es montags, mittwochs und freitags von 8 bis 10 Uhr einen Sondertarif von zwei Euro, eine Frühschwimmer-Saisonkarte wird zum Preis von 80 Euro angeboten.Das Bad soll bis zum Herbst zur Freizeitgestaltung einladen. Dazu gehören neben Essen und Trinken auch Events. Es sollen Veranstaltungen mit einem vielfältigen Freizeitangebot entwickelt werden.


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